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Symposium Photodermatologie XI - 2021

Ärztliche Leitung: Priv.-Doz. Dr. med. Helger Stege, Klinikum Lippe,
Klinik für Dermatologie, Detmold

La Roche Posay

FOBI 2018: Aktuelle Trends der Photodermatologie


Im Rahmen der diesjährigen FoBi* wurden bei einem von La Roche Posay unterstützten Mittagsseminar aktuelle Themen und Trends in der Photodermatologie diskutiert. PD Dr. Helger Stege, Detmold, informierte darüber, dass der Vitamin-D-Bedarf auf verschiedene Weise gedeckt werden kann. Exzessiver Sonnenlichtkonsum ohne ausreichenden UV-Schutz ist jedoch keine empfehlenswerte Option. Die hautärztliche Beratung bietet den Patienten Orientierung – auch für den richtigen Umgang mit der Sonne, so das Fazit der anwesenden Experten. Sie kann künftig durch Gesundheits-Apps unterstützt, jedoch nicht ersetzt werden, erklärt Dr. Christine Fink, Heidelberg.

Vitamin-D-Versorgung nicht auf Kosten der Hautgesundheit

„Wieviel Vitamin-D braucht der Mensch?“ fragte Stege. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 800 bis 1.000 IE täglich. Als Quelle kommt neben der Eigenproduktion des Körpers in der Haut unter dem Einfluss von UVB-Strahlung auch die Ernährung oder Supplementierung mit Vitamin-D-Präparaten in Frage.

„Den Tagesbedarf mit der Nahrung allein zu decken ist mit einem schmackhaften und ausgewogenen Speiseplan praktisch unmöglich“, so Stege. Eine Vitamin-D-Versorgung allein über die Haut hält er jedoch ebenfalls für unrealistisch und noch dazu für riskant: „Sonnenlicht hat zwar zahlreiche positive Effekte, etwa auf Motivation und Psyche1 oder auf eine atopische Dermatitis2. Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung über die Eigenproduktion in der Haut ist jedoch mit einem effektiven Lichtschutz nicht machbar“, warnt er.

Informationsquelle Internet

Bei der Beratung von Patienten sollte der Arzt berücksichtigen, dass sich viele Patienten über das Internet zu dem Thema Vitamin-D-Versorgung informieren und durch die Vielzahl an Informationen verunsichert werden. Der Arzt ist dringend erforderlich, hier mit seiner Expertise diese Informationen gemeinsam mit dem Patienten richtig zu interpretieren. „Die Argumentation des Patienten, zugunsten des Vitamin-D-Bedarfs lieber den UV-Schutz zu vernachlässigen, ist vorgeschoben und stellt eine pseudowissenschaftliche Selbstabsolution dar.“

Stege erinnerte daran, dass die exzessive Nutzung von Sonnenlicht und Sonnenbanken zur Hautbräunung – die Tanorexie – ein bedeutsamer Risikofaktor für Hautkrebs und dessen Vorstufen ist. Für die Versorgung mit Vitamin-D ist sie nicht hilfreich; hier sei stattdessen eine dem Bedarf angepasste Supplementierung ratsam.

UV-Schutz-Apps: hilfreich für die Aufklärung, immer treffsicherer in der Diagnose

Den richtigen Umgang mit UV-Licht kann man lernen, und junge Patienten lernen heute bevorzugt online, weiß Fink. Sie verwies auf die zahlreichen Gesundheits-Apps, von denen einige die Hautkrebsprävention betreffen. So etwa die „Sunface-App“, die nach Hochladen eines „Selfies“ sowie Angabe des Hauttyps und der Lichtschutzgewohnheiten ein prognostisches demorphes Bild des eigenen Gesichts in einigen Jahren liefert. Die App legt dazu einen „Filter“ aus Hyperpigmentierung und Faltenbildung über das Porträt. Das regt vor allem jüngere Patienten, die dem Sonnenschutz sonst kaum Bedeutung geben, zum Nachdenken an, so Fink. Demnach kann das Aufzeigen der persönlichen UV-bedingten Hautalterung zum langfristigen UV-Schutz motivieren.

Andere Programme sollen bei der Ermittlung der Eigenschutzzeit helfen und verdächtige Läsionen dokumentieren (UV-Check-App und MiiSkin-App) oder gar deren Dignität abschätzen (SkinVision-App). Letztere ist kostenpflichtig, bietet dafür aber zeitnahe Auskunft von einem kooperierenden Dermatologen.

Wissenschaftlich evaluiert wurde die SkinVision-App. Sie zeigte in Studien eine Sensitivität und Spezifität jeweils von 73% bis 83% und ist damit „ganz passabel“, so Fink.3,4 Das werde sich jedoch durch die Möglichkeiten des machine learning, speziell des Deep Learning, bald ändern.

Können Computer den Arzt ersetzen?

In einem Pilotversuch brachte ein selbstlernender diagnostischer Algorithmus ähnlich gute Resultate bei der Melanombewertung wie die in der Kontrollgruppe angetretenen 58 Hautärzte.5 Fink zitierte eine eigene hochaktuelle Studie, nach der die Patienten die neuen digitalen Optionen zwar grundsätzlich positiv bewerten, jedoch größten Wert auf den zusätzlichen Rat ihres Arztes legen.6 Demnach dienen automatisierte Diagnosemethoden, wie sie in digitalen Optionen, z. B. durch Apps genutzt werden, als gute Ergänzung des Experten in der Hautkrebsdiagnostik.

Quelle: Mittagsseminar „Photodermatologie: Aktuelle Themen und praktische Tipps“ 26. Juli 2018, 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie, München

Literatur

  1. An M et al., PLoS One 2016;11:e0155614
  2. Kemp AS et al., Pediatr Allergy Immunol 2013;24:493-500
  3. Maier T et al., JEADV 2015;29:663-7
  4. Thissen M et al., Telemed J E Health 2017;23:948-54
  5. Hänßle HA et al., Ann Oncol 2018
  6. Fink C et al., J Dtsch Dermatol Ges 2018;16:854-9

Herausgeber

La Roche Posay
ein Geschäftsbereich der L’Oréal Deutschland GmbH
Johannstraße 1
40476 Düsseldorf

*26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie