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Symposium Photodermatologie XI - 2021

Ärztliche Leitung: Priv.-Doz. Dr. med. Helger Stege, Klinikum Lippe,
Klinik für Dermatologie, Detmold

La Roche Posay

DIAGNOSTISCHE IN-VIVO-VERFAHREN BEI HAUTKREBS: NEUE TRENDS


Inzidenz und Mortalität des malignen Melanoms steigen weiter an. „Da das Melanom im frühen Stadium heilbar ist, ist die Früherkennung lebensentscheidend für unsere Patienten“, betonte Prof. Holger Hänßle, Heidelberg. Hierbei sind Screeninguntersuchungen unerlässlich. „Ein Tool, das uns die Screening-Arbeit abnimmt, gibt es derzeit noch nicht“, so der Experte. Diagnostische in-vivo-Verfahren, die aktuell auf dem Markt sind, können jedoch bei melanomverdächtigen Einzelfällen die Entscheidung einer Exzisionsbiopsie unterstützen. Die nicht-invasiven Untersuchungstechnologien arbeiten zum Beispiel mittels Fluoreszenz-, Impedanz- oder Multispektralanalyse. Die Verfahren unterscheiden sich in Spezifität und Sensitivität.

Neben diesen automatisierten Empfehlungen zur Exzision steht zudem noch die konfokale Laserscanmikroskopie zur Verfügung. Bei diesem Verfahren werden mittels Laser hochauflösende horizontale Schnittbilder ermittelt, die dann von dem Arzt/der Ärztin beurteilt werden. Diese Methode setzt allerdings eine intensive Trainingsphase voraus. Die Spezifität und Sensitivität hängt daher stark vom Untersucher ab.

Neue Trends

Automatisierung – Wo stehen wir?

Eine Publikation aus dem Jahr 2017 zeigt, dass die Entwicklungen im Bereich der automatisierten Melanomerkennung noch lange nicht abgeschlossen sind.1 Ein frei zugänglicher Computer-Algorithmus wurde mit dermatoskopischen Bildern maligner und benigner Hautveränderungen „trainiert“. Im Praxistest zeigte sich, dass der Algorithmus eine vergleichbare Sensitivität und Spezifität aufweist wie Experten/Expertinnen. Nach Prognosen der Autoren um Prof. Esteva1 besitzt die Methode das Potential bis zum Jahr 2021 auf über sechs Milliarden Smartphones zur Anwendung kommen. In seinem Beitrag konnte Hänßle alle Dermatologen jedoch dahingehend beruhigen, als gemäß einer aktuellen Studie aus seiner Arbeitsgruppe 100% der Patienten eine Expertenmeinung zu rein automatisierten Computerdiagnosen wünschen.2

Vortrag H. Hänßle: „Diagnostische in-vivo-Verfahren bei Hautkrebs: Was ist Evidenz – was ist Trend?“

  1. Esteva A. et al. Nature 2017; 542(7639):115-8
  2. Fink C. et al. Patient acceptance and trust in automated computer-assisted diagnosis of melanoma by dermatofluoroscopy. JDDG, in Press